Mit der Entwicklung des Hermle-Areals erhält Gosheim die Chance, seine Ortsmitte nachhaltig aufzuwerten und um einen neuen, lebendigen Baustein zu ergänzen. Das Konzept knüpft an die industrielle Geschichte des Standorts an und transformiert den ehemaligen Produktionsort in ein vielfältig genutztes, sozial integriertes Quartier. Der charakteristische Gebäudebestand wird dabei als räumliche und ökologische Ressource verstanden und konsequent weiterverwendet.
Die robuste Stahlbetonskelettstruktur ermöglicht flexible neue Nutzungen und bewahrt zugleich große Mengen grauer Energie. Bestehende Gebäude werden umgenutzt, ergänzt und energetisch ertüchtigt, neue Bauteile in nachhaltiger Holzbauweise hinzugefügt. Insgesamt entstehen rund 90 Wohnungen, darunter auch Angebote für betreutes Wohnen, ergänzt durch Coworking, Engagementräume und gewerbliche Nutzungen. Photovoltaik, begrünte Dächer und Fassaden sind integraler Bestandteil des Energiekonzepts.
Ein durchgrüntes Freiraumsystem mit öffentlichen Plätzen, einem zentralen Innenhof und gemeinschaftlich nutzbaren Gärten bildet das Herz des Quartiers. Unterschiedliche Zonen – von lebendigen Treffpunkten bis zu ruhigen Rückzugsorten – schaffen hohe Aufenthaltsqualität für alle Generationen. Ein hoher Anteil unversiegelter Flächen unterstützt das Regenwassermanagement und verbessert das Mikroklima.
Das Areal wird weitgehend autofrei gestaltet und eng in das Fuß- und Radwegenetz eingebunden. Neue Verbindungen, ein Mobilitätsknoten sowie gebündelte Parkierungsangebote sorgen für eine gute Erreichbarkeit bei gleichzeitig hoher Aufenthaltsqualität.
Mit der Neuordnung der angrenzenden Straßenräume, zusätzlichen Grünstrukturen und neuen Platzsituationen wird auch das Umfeld deutlich aufgewertet. So entsteht ein identitätsstiftendes Stück Stadt, das Wohnen, Arbeiten, Begegnung und Nachhaltigkeit verbindet und die Ortsmitte Gosheims langfristig stärkt.